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HALLO EBERSBERG & GRAFINGER ANZEIGER vom 10.07.2019
Ein Film gegen das Vergessen


Der Baldhamer Günter Roggenhofer hat einen Film
über die sieben Demenz-Jahre seiner Mutter produziert.
Ein Film, der das Thema Demenz von einer anderen Seite zeigt. Zu sehen ist er am 14. Juli, um 11 Uhr im Rio Filmpalast in München



Baldham/München – Los ging es mit einem verlegten Schlüsselbund, mit kleinen Wortstolperern, mit leichten Orientierungsschwierigkeiten und mit einem diffusen Gefühl, das etwas nicht stimmt. Kurz darauf die Diagnose, die keinerlei Hoffnung lässt: Demenz. Es folgten Aggressionen, Beleidigungen, Kontrollverlust und schließlich der Tod. Und ein Satz, wie er wuchtiger kaum sein kann: „Es waren die intensivsten und schönsten Jahre unseres Lebens.“
Für Günter Roggenhofer und seine Frau Anna brach im Jahr 2007 die Welt zusammen. Seiner Mutter Elfriede wurde im Alter von 73 Jahren Demenz diagnostiziert. „Ich wusste, dass mit meiner Mama etwas nicht stimmt“, sagt Roggenhofer später. „Aber für uns Kinder stehen die Eltern hoch oben auf einem Podest, sie sind unverwundbar.“
Nach der Diagnose änderte sich alles. Anna und Günter holen Elfriede von München nach Baldham, sie wollen sich um sie kümmern, sich sorgen, für sie da sein. Doch es folgte eine weitere, bittere Erkenntnis. Wir können das nicht gewährleisten. Elfriede bekam immer mehr den Drang, weg zu laufen, sie irrte durch die Straßen, sie war eine Gefahr für sich und andere. Elfriede wurde in Haar eingewiesen. Im Jahr 2014 starb sie.
Es ist eine traurige Geschichte, wie sie leider viel zu oft passiert. Einen lieben Menschen, einen Angehörigen an eine Krankheit zu verlieren, sind Lebensphasen, die prägen und immer bleiben werden. Und doch ist da dieser eine Satz: „Es waren die intensivsten und schönsten Jahre unseres Lebens.“ Wie lässt sich das erklären?
Günter Roggenhofer, Anna Daller und Neffe Thomas Bogner haben Jahre später aus den „Tonnen an Video- und Bildmaterial auf meinem Smartphone“, so Roggenhofer, eine Filmdoku über die sieben Demenz-Jahre seiner Mutter zusammen geschnitten. Der Titel: „Diagnose Demenz - Ein Schrecken ohne Gespenst.“
Roggenhofer ist selbstständig, während der Krankheit seiner Mutter musste er immer wieder Termine verschieben oder absagen. Er hat keine Ausreden dafür gesucht, sondern klar kommuniziert: „Meine Mutter ist dement, sie braucht mich jetzt.“ Und seine Kunden reagierten mit Wärme, Verständnis und Geschäftstreue. Als Dankeschön wollte er sie zu einem - ja, so sagt er es - großen Fest einladen, um zu zeigen, warum er über Jahre gelegentlich unpässlich war. Also der Film. Das Resultat ist ein Werk über die Liebe, über das Geben und Nehmen, ein Film gegen das Vergessen. Und ein Film, der nicht nur die Schattenseiten der Krankheit zeigt.
Und das Feedback war überwältigend für Günter Roggenhofer: „Es war wie ein warmer Tsunami, der auf uns zukam. Wenn das ganze Kino lacht und weint, dann kannst Du nicht mehr still sein.“ Und deswegen macht er auch weiter. Roggenhofer tritt an – gegen das Vergessen

Aufführungstermin
Günter Roggenhofers Film „Diagnose Demenz - Ein Schrecken ohne Gespenst“ ist am Sonntag, 14. Juli, um 11 Uhr im Rio Filmpalast in der Rosenheimer Straße 46 in München zu sehen. Der Eintritt ist frei. Die kostenlosen Eintrittskarten können über die Website www.demenzdoku.de bestellt werden.
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